Integrierte Schädlingsbekämpfung • Integrated Pest Management (IPM) (Integriertes Schädlingsmanagement)
Die ökologische Schädlingsbekämpfung im Gesundheits- und Vorratsschutz basiert auf dem Prinzip des Integrated Pest Management (IPM) (Integriertes Schädlingsmanagement). Ziel ist es nicht, Schädlinge primär durch Chemie zu vernichten, sondern ihr Auftreffen und ihre Vermehrung durch ein System aus Prävention, Überwachung und biologisch-physikalischen Maßnahmen langfristig zu verhindern.
Das IPM-Stufenmodell im ökologischen Fokus
Das IPM-System im ökologischen Vorrats- und Gesundheitsschutz gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende Stufen, bei denen chemische Mittel (und auch dann nur biologisch abbaubare) erst als allerletzte Option (Ultima Ratio) zum Einsatz kommen.
1. Prävention (Vorbeugung)
Die wichtigste Säule, um Schädlingen von vornherein die Lebensgrundlage zu entziehen.
- Baulicher Schutz (Pest Proofing): Fliegengitter, Bürstendichtungen an Türen, Versiegelung von Rissen und Kabeldurchführungen (Verhindern von Zuwanderung).
- Klimakontrolle: Kühlung (unter 10–12 °C vermehren sich die meisten Vorratsschädlinge nicht mehr) und Trockenheit (Entzug von Feuchtigkeit).
- Hygienemanagement: Sofortige Beseitigung von Staub, Produktresten und stehendem Wasser (Beseitigung von Nahrungsquellen und Brutstätten).
- First-In – First-Out (FIFO): Strikte Lagerrotation, damit keine alten Chargen überlagern und zum Infektionsherd werden.
2. Monitoring (Überwachung)
- Schädlinge frühzeitig erkennen, bevor ein sichtbarer Befall ausbricht.
- Pheromontfallen: Artspezifische Sexuallockstoffe für Motten (z. B. Dörrobstmotte) oder Käfer.
- Klebefallen: Unbegiftete Indikator-Fallen zur Befallsermittlung (z. B. für Schaben oder Silberfischchen).
- Visuelle Inspektion: Regelmäßige Kontrolle von Ecken, Ritzen und Transportpaletten.
3. Befallsanalyse und Schadschwellenermittlung
- Identifikation: Exakte Bestimmung der Schädlingsart, um die Biologie des Tiers (Entwicklungszyklen, Vorlieben) gezielt auszunutzen.
- Schadschwelle: Im Gesundheitsschutz (Krankenhäuser, Gastronomie) gilt aufgrund der Hygienevorschriften oft eine Nulltoleranzgrenze. Im Vorratsschutz wird abgewogen, ab wann wirtschaftlicher Schaden droht.
4. Ökologische Abwehrmassnahmen (Bekämpfung)
Wird die Schadschwelle überschritten, greifen rein ökologische, physikalische oder biologische Methoden.
A. Biologische Verfahren
- Nützlinge: Einsatz von natürlichen Gegenspielern.
- Schlupfwespen (Trichogramma): Gegen Lebensmittel- und Kleidermotten (parasitieren die Motteneier).
- Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus): Gegen Kornkäfer, Brotungskäfer und Tabakkäfer.
- Raubmilben: Gegen Modermilben in Lägern.
B. Physikalische und Thermische Verfahren
- Wärmeentwesung: Aufheizen von Räumen oder Mühlen auf 50–60 °C über mehrere Stunden. Dies denaturiert das Eiweiß in allen Entwicklungsstadien (Ei, Larve, Puppe, Imago) der Schädlinge.
- Kältebehandlung: Tieffrieren von Rohstoffen/Produkten (mind. -18 °C über mehrere Tage).
- Modifizierte Atmosphären (Controlled Atmospheres): Fluten von Silos oder Lagerräumen mit Stickstoff (N₂) oder Kohlendioxid (CO₂). Durch den Sauerstoffentzug ersticken die Schädlinge rückstandsfrei.
C. Ökologische / Biotische Wirkstoffe
- Kieselgur (Diatomeenerde): Ein feines Pulver aus fossilen Kieselalgen. Es ritzt die Wachsschicht der Insektenpanzer auf, woraufhin die Schädlinge (z. B. Bettwanzen, Flöhe, Käfer) rein mechanisch austrocknen.
- Naturpyrethrum: Gewonnen aus Chrysanthemenblüten. Es baut sich unter Licht- und Lufeinfluss extrem schnell ab (im Gegensatz zu synthetischen Pyrethroiden) und hinterlässt keine langlebigen Rückstände.
5. Dokumentation und Erfolgskontrolle
- Lückenlose Nachbereitung: Jeder Befall, jede Maßnahme und die Ergebnisse des Post-Monitorings werden dokumentiert.
- Ursachenforschung: Warum kam es zum Befall? (z. B. defektes Tor, unsauberer Lieferant). Anpassung der Stufe 1 (Prävention).
Umweltverträglich heißt in erster Linie, dass die einzusetzenden Mittel und die zu ergreifenden Maßnahmen so zu gestalten sind, dass weder Mensch noch Umwelt oder Nicht-Zielorganismen hierdurch beeinträchtigt werden.
Unser Handeln verfolgt diesen Grundsatz: besto hygienica – Unsere Leistungen in der Schädlingsbekämpfung
Wir sind Gründungsmitglied des
Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung
besto hygienica ist Erstunterzeicher der
Initiative faire Wespe
Unsere Meinung!
Ökologie oder Nachhaltigkeit in der Schädlingsbekämpfung?
Der Grundgedanke für die Förderung einer ökologischer Schädlingsbekämpfung ist der Respekt vor der Natur!
Was heißen Worte wie umweltfreundlich, biologisch abbaubar, Nachhaltigkeit und Ökologie für uns, die Holl & Stockhausen GmbH und was bedeutet das für Sie, als Kunde?
Für uns heißt das, dass wir folgende Abläufe detailliert analysieren, um maßgeschneiderte Lösungen für Ihre spezifische Situation zu erarbeiten.
Wo sind die Lebensräume der Tiere, die für Sie schonmal zum Problem werden können, in der Natur.
Was ist deren Aufgabe in der Natur.
Wie verändern sich die Lebensräume der Tiere und wie verändern diese dann ihr Verhalten.
Es ist für uns sehr wichtig zu verstehen, welchen Platz das jeweilige Tier im ökologischen System einnimmt.
Warum? Um Ihnen erklären zu können, woher der jeweilige Befall kommt und wo die evtl.Ursachen dafür liegen.
Auf dieser Grundlage lassen sich viele Probleme in und um Ihre Gebäude, oft mit einfachen Veränderungen, ohne Einsatz von Bioziden, lösen.
Für uns ist es wichtig, den Einsatz von Bioziden d.h. Mitteln, die eine abtötende Wirkung haben, auf ein Minimum zu reduzieren.
Es gilt die Natur und das Ökosystem zu schützen. Dieser Aufgabe stellen wir uns täglich.
Gleichzeitig möchten wir Ihnen natürlich Ihre Schädlingsprobleme lösen. Sollte eine Befallssituation einen Mitteleinsatz erfordern, wird zuerst überlegt, mit welchen ökologisch vertretbaren Mitteln wir Ihr Problem angehen können. Es gibt Fallensysteme, Klebeflächen mit bioligischen Lockstoffen, biologische Spritzmittel, den Einsatz von Nützlingen und vieles mehr. Wir bedenken bei jedem Einsatz, dass nicht Stoffe völlig grundlos in die Umwelt, die Gewässer- Kanäle u.s.w. geraten.
Schädlingsbekämpfung - Integriertes Schädlingsmanagement (IPM)
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Frau Holl unsere Chefin
Jetzt für Sie am Telefon!
Eine Erstberatung durch unsere Fachkräfte ist für Sie kostenlos!
Schreiben Sie uns gerne und schicken Sie Fotos von Ihren Schädlingen per Email.

Frau Tesche die gute Seele in unserem Büro
Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) 3.3.2014
"Es geht auch mal ganz ohne Gift"
Interview mit der Schädlingsbekämpferin Bärbel Holl
Bärbel Holl ist Vorsitzende des Vereins zur Förderung der ökologischen Schädlingsbekämpfung.
Bad Sooden-Allendorf. In Bad Sooden-Allendorf tagte am Wochenende der Verein zur Förderung der ökologischen Schädlingsbekämpfung, ein Berufsverband professioneller, aber ökologisch orientierter Schädlingsbekämpfer. Wir sprachen mit der Vereinsvorsitzenden Bärbel Holl.
Frau Holl, ist denn eine ökologische Schädlingsbekämpfung auch wirklich verlässlich und wirksam?
Bärbel Holl: Eine ökologisch angelegte Maßnahme gegen Schadorganismen hat nicht zwingend deren Vernichtung zum Ziel, sondern die Beseitigung der Umstände, die zu einem Befall durch die jeweiligen Organismen geführt haben. Insofern ist das sehr verlässlich und zeichnet sich in vielen Fällen als sehr nachhaltig aus.
Ist denn die chemische Keule, die oft gegen die unliebsamen Krabbeltiere eingesetzt wird, auch für Menschen gefährlich?
Holl: Grundsätzlich ja und nein. Ja, weil sich die Wirkstoffe in den Bekämpfungsmitteln gegen die in Organismen ablaufenden Prozesse richten, die diesen am Leben erhalten. Nein, weil der professionelle, fachgerechte Einsatz solcher Mittel nicht dem Einsatz einer Keule gleicht. Die Ausbringung von Bekämpfungsmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen und wird an die Schädlinge und die jeweilige Situation angepasst.
Eine ökologische Bekämpfung ist also deutlich weniger giftig?
Holl: Zwangsläufig schon. Das Wissen um die Zusammenhänge zwischen Schädling und seinem Auftreten innerhalb unserer Lebensbereiche führt dazu, ganz ohne den Einsatz von Mitteln auszukommen. Oder wir setzen Wirkstoffe ein, die nicht giftig sind. Was nicht heißt, dass diese Mittel nicht töten.
Arbeiten Sie denn völlig giftfrei oder müssen Sie doch auch mal auf gefährliche Stoffe zurückgreifen, um sicherzugehen?
Holl: Wir sind heute in der Lage, weitestgehend auf Einsatz von Wirkstoffen zu verzichten. Seltsamerweise kommt dies weder bei den Kunden noch bei den meisten Behördenvertretern so positiv an, wie wir es uns wünschen würden. Eine ökologische Schädlingsbekämpfung fordert nicht nur uns, sie fordert auch die Mitarbeit des Kunden. Und sie lässt sich in schwierigen Fällen nicht so mal eben schnell erledigen.
Sind denn die Mittel, die Sie vorzugsweise einsetzen, biologisch abbaubar und können dann niemandem mehr schaden?
Holl: Die von uns eingesetzten Mittel sind sämtlich zugelassen und dementsprechend auch auf ihre Umweltverträglichkeit und Abbaubarkeit geprüft. Hier müssen wir uns auf die Aussagen der bundesdeutschen Prüfstellen verlassen.
Als Profi haben Sie sicher Tipps, was man tun sollte, damit Schädlinge erst gar nicht überhand nehmen?
Holl: Sich frühzeitig an uns wenden. Einfach anrufen oder vorbeikommen, sein Problem schildern und unseren Rat einholen.
Was können Betroffene selbst tun, wenn es mit den Schädlingen noch nicht so schlimm ist, dass ein professioneller Bekämpfer ran muss?
Holl: Sie könnten auch die Frage stellen, ab wann Sie einen Arzt aufsuchen? Diese Frage muss jeder individuell entscheiden. Grundsätzlich aber gilt: Finger weg von käuflich zu erwerbenden Mitteln! Die können nicht nur der Gesundheit schaden, häufig wird das Problem dadurch verschlimmert. www.vfoes.de
Von Jörg Steinbach
Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) 3.3.2014




